Iris Kater
Hovercraftsport macht süchtig!
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie hier vorsichtig weiter und fragen Sie Ihre bessere Hälfte oder ihre Freizeit.
Jeder kennt sie, die Hovercraftfahrzeuge. Sicherlich ist es allen geläufig, dass sich solche Fahrzeuge als Fähren zwischen Dover und Calais verdingen, aber wer kennt schon die Sportart namens Hovercraft. Nicht nur in Deutschland gibt es eine Menge begeisterter Menschen, welche ein solches „Fährschiff“ als Miniaturausgabe in der Garage stehen haben.
Hovercraft ist ein sehr junger Sport, denn erst seit Anfang der achtziger Jahre werden regelmäßig Rennen gefahren. In Europa ist diese Sportgemeinde vom Nordkap bis Sizilien und von der Atlantikküste bis in die Slowakei überall anzutreffen und so mancher, welcher „nur einmal“ zusehen wollte ist mittlerweile abhängig von diesem Sport. Hier wird jeder gerne gesehen, denn der Hovercraftsport ist ein „Familienbetrieb“ und auch Frauen fahren bei den Rennen mit.
Führend unter den Hovercraftclubs ist hier in Deutschland der Hovercraftclub Baden. Wobei die Wiege dieses Clubs am Tunisee in Freiburg liegt. Hier wurde Ostern 1993 das erste Hovercraftrennen veranstaltet und seitdem hat sich auch die Zahl dieser Rennen vervielfacht. Im Mai diesen Jahres fand dort auch der „Deutsche Lauf zur Europameisterschaft“ statt. Die nächste Weltmeisterschaft allerdings findet nächstes Jahr in England, dem Geburtsland des Hovercrafts statt.
Aber was sind Hovercrafts eigentlich? Hovercrafts schweben auf einem selbsterzeugten Luftkissen, je nach Bauart zwischen 20 und 30 Zentimeter über dem jeweiligen Untergrund. Sie werden von einem Motor angetrieben, über einen Propeller wird Luftdruck für den Auf- und Antrieb erzeugt. 1/3 der Kraft wird für den Auftrieb gebraucht, die restlichen 2/3 liefern den Schuf und bringen das Hovercraft auf rasante Geschwindigkeiten zwischen 80 und 140 km/h. Die umweltfreundlichen Hovercrafts (der zuständige Umweltbeamte stellte dem Club ein überaus positives Zeugnis aus) können jederzeit auf dem Wasser Land oder Eis eingesetzt werden.
Die Formeleinteilung ist hier ähnlich wie beim Automobilsport, denn die stärksten Fahrzeuge starten in der Formel 1 (uneingeschränkt) es folgt die Formel 2 (Hubraumbegrenzung auf 500 ccm), die Formel 3 und die Junioren (250 ccm) sowie die Formel S(ingle). Außerdem starten hier Fahrzeuge in der Formel N(ovice) - die Fahrschule für Lizenzbewerber - und als Besonderheit in der Formel 25, welche fast ausschließlich in England gefahren wird. Diese Fahrzeuge dürfen bis max. 25 PS Leistung haben.
Dass der Hovercraftsport bisher aber nur eine kleine Anzahl von Mitgliedern hat, liegt sicherlich sowohl an der Unbekanntheit des Sports als auch an den Preisen. Ein Craft kostet zwischen 4.000,- und 30.000,- DM. Wobei Sie für 30.000,- DM ein neues Craft bekommen und Crafts für 4.000,- DM bei den Heimwerkern zu finden sind.
Aber wenn Sie diesen Sport auch sonst nichts abgewinnen können, eine interessante Erfahren werden Sie immer machen.
(Wer weitere Informationen möchte, kann sich an den Präsidenten des Hoverclubs Deutschland wenden, Herrn Harald Schweizer, Rheinstraße 8, 76774 Leimersheim)
