Iris Kater Verlag & Medien GmbH

01.10.2001 - Coolibri


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Serie Verlage aus der Region, Folge 2: Katercom

Der Zufall hat mich getreten


Iris Kater: Es war einmal ein kleiner Junge.
Der hieß Maurice und wollte eine Gutenachtgeschichte ...

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Eigentlich
wollte Iris Kater Naturwissenschaften studieren, aber das Leben
hatte andere Pläne mit ihr. Heute ist die 26-jährige Mutter,
Dipl.-Sekretärin, Autorin und Verlagsleiterin des Kinderbuch-
verlages Katercom, dem Verlag für gewaltfreie Kinderbücher.

Geplant waren weder die Kinderbücher noch die Verlagsgründung.
„Mein Sohn war drei Jahre alt und wollte eine Gutenachtgeschichte
hören“, erzählt Iris Kater über ihre Anfänge als Kinderbuchautorin,
„und er sagte extra: Aber du musst dir eine ausdenken.“ Eine Drachen-
geschichte sollte es sein, und die gefiel dem heute sechsjährigen
Maurice so gut, dass er den Drachen auch mal sehen wollte. Also
brachte Iris Kater die ganze Sache zu Papier und zeichnete den Drachen
Cado. Fertig war die erste Geschichte, die Maurice voller Stolz mit in
den Kindergarten nahm, wo eine Erzieherin darauf aufmerksam wurde
und Iris Kater anregte, daraus ein Buch zu machen.
Zwei Mal- und Lesebücher der Jungautorin kamen im vergangenen
Jahr auf den Markt, bevor sie sich entschloss, im Juni 2001 ihren eigenen
Verlag zu gründen. Eine Entscheidung, die Iris Kater nie bereut hat, auch
wenn Katercom bislang noch nicht genug Geld abwirft, um davon leben
zu können. „Das macht so viel Spaß, dagegen ist mein Job langweilig“,
sagt Frau Kater, die halbtags noch als Sekretärin arbeitet. Der Rest
des Tages gehört dem Verlag, Nachtschichten in der heißen Produktions-
phase sind keine Seltenheit. Gerade ist das erst Buch des Eigenver-
lages erschienen: „Ein Fall für Cado und das Kuschelmonster“, dank
seines harmonischen Inhalts eine kindgerechte Abendlektüre.
Gedruckt werden die Bücher im Book-on-Demand Verfahren, will
heißen, gedruckt wird erst bei Bestellung. Trotz aller positiven
Resonanz, die Iris Kater auf ihre Bücher bekommt - ohne Werbung
in eigener Sache läuft nichts. Pressearbeit und das Abklappern
von Büchereien und Buchhandlungen gehört zum täglichen Geschäft.
„Persönliches Vorsprechen ist wichtig“, meint sie, „das macht sich
mehr bezahlt, als wenn ich irgendwo einfach nur ein Buch hinschicke.“
Für die Zukunft hat sich die Verlagsleiterin viel vorgenommen. Vier
Bücher werden noch in diesem Jahr erscheinen, Merchandisingartikel
sind bereits in Arbeit, und im nächsten Frühjahr ist ein Stand auf der
Leipziger Messe geplant. Scheint, als hätte der Zufall ein glückliches
Händchen bewiesen.
Berit Kriegs, Foto: Matthias Schütz