Rheinische Post
Kempen/Willich/Mönchengladbach/Viersen
Kinderbuchautorin gründet eigenen Verlag
Iris Kater und ihr Kuschelmonster
Kempen. „Maurice findet einen kleinen Freund“, heißt ihr erstes Mal- und Lesebuch aus dem sie im Ferien-Spaß-Programm am 8. August in der Kreis- und Stadtbibliothek Kempen vorlesen wird. Er erschien im April 2000 im R. G. Fischer Verlag. Das Märchen „Cado und die Farbdiebe“ folgte im Dezember. Und jetzt ist Iris Kater frischgebackene Verlagsleiterin von „Katercom“, dem „ersten gewaltfreien Kinderbuchverlag in NRW“, der im Oktober „Ein Fall für Cado und das Kuschelmonster“ von Iris Kater herausbringen wird.
Der Anfang war schwer
In märchenhaft-rasantem Tempo avancierte die 27-jährige gelernte Justizangestellte und Diplom-Sekretärin mit einem Halbtagsjob als Schreibkraft in der Kreisverwaltung Viersen zur Kinderbuch-Autorin, Illustratorin und Verlegerin. „Dabei war der Anfang ganz schön zäh“, erinnert sie sich. Es begann mit „Maurice und seinem kleinen Drachenfreund Cado“, der Gute-Nacht-Geschichte für ihren Sohn Maurice, die sie aufschrieb- und illustrierte, weil Maurice seinen neuen Freund auch einmal sehen wollte. „Hast du das geschrieben?“, regte ihre Mutter sie zur Veröffentlichung an. Das war im Frühsommer 1999. Mindestens hundert Verlagen schickte Iris Kater das Manuskript. Ein halbes Jahr und „furchtbar viele Absagen“ später meldete der R. G. Fischer Verlag Interesse an. Mit ernormen Arbeit- und Geldaufwand brachte sie ihr Buch in einer Auflage von tausend Stück heraus. „Der Autor zahlt je nach Auflagenstärke und eigenem Einsatz - ich habe den Text selbst erfasst und die Bilder eingescannt - zwischen 5000 und 10000 Mark und bekommt eine Gewinnbeteiligung von fünf Prozent pro verkauftem Exemplar“, erklärt die Autorin. Ihr zweites Märchen „Cado und die Farbdiebe“ war dann eine vom St. Nikolaus-Kinderkrankenhaus gesponserte, von der Autorin liebevoll illustrierte Auftragsarbeit für den Nikolaustag 2000. „Meine Mal-, Lern- und Lesebücher sind gewaltfrei und ermutigen die Kinder zum freundlichen Miteinander“, betont Iris Kater, die den Drachen Cado bei Lesungen in Schulen und Kindergärten vielen kleinen Zuhörern zum Freund machen konnte. In „Katercom“, ihrem brandneuen Eigenverlag, macht sie die Gewaltfreiheit in den Kinderbüchern zum Programm. „Ich will spannende und lustige Erzählungen, die das Gute in den Vordergrund stellen“, erläutert sie. Mit „Katercom“ will sie ab Frühjahr 2002 auch anderen jungen Autoren die Möglichkeit geben, kostenlos und mit einer Gewinnbeteiligung von zehn Prozent gewaltfreie Kindergeschichten zu veröffentlichen. „Ich hätte damals in der Zeit der Absagen nicht durchgehalten“, gesteht sie heute. „Aber da war Sascha, mein Mann, der größte Fan meiner Geschichten und die treibende Kraft des Unternehmens.“ Ihr Dankeschön an ihn ist die Figur des Kuschelmonsters Sascha in ihrem letzen Märchen (erscheint im Oktober 2001): „Er sieht ihm sogar ähnlich.“


