NN-Interview mit Autorin Iris Kater
Sohnemann wollte eigene Geschichte
Die Viersener Kinderbuchautorin Iris Kater wird beim Ferienspaß in der Kreis- und Stadtbibliothek Kempen aus ihrem ersten Buch „Maurice findet einen kleinen Freund“ lesen (8. August, 11 Uhr) Die 27-Jährige ist gelernte Diplom-Sekretärin, arbeitet als Justizangestelle, ist derzeit im Ordnungsamt Viersen tätig. Seit 1998 ist sie verheiratet, hat einen sechsjährigen Sohn. Zu ihren Hobbys zählt sie Kochen, Garten und Zeichentrickfilme. Ihr drittes Buch „Ein Fall für Cado und das Kuschelmonster“ erscheint im Oktober. Seit 1. Juni ist sie Geschäftsführerin des gewaltfreien Kinderbuchverlages „Katercom“.
NN: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Iris Kater: Das war letztes Jahr. Mein Sohn Maurice wollte eine eigene Gute-Nacht-Geschichte haben, nicht die bekannten der Brüder Grimm oder ähnliches. Da Tabaluga damals in war, musste es ein Drache sein, Cado eben. Es als Buch herauszubringen, daran habe ich gar nicht gedacht.
NN: Wie kam es zu Ihrer ersten Veröffentlichung?
Iris Kater: Mein Sohn hat das handschriftliche Exemplar mit in den Kindergarten genommen. Die Kindergärtnerin war davon so begeistert, dass sie mich ansprach. Mein Mann und meine Mutter haben mich dann überredet, mich an Verlage zu wenden. Schließlich abe ich zum Druck Geld dazugegeben. Das zweite Buch gibt es nur als e-book auf Anfrage.
NN: Worum geht es in Ihren Büchern?
Iris Kater: Maurice findet im ersten Buch ein rotgetupftes Ei, aus dem ein Drache schlüpft. Die beiden unternehmen viel, gehen in den Zoo oder in den Zirkus. Da sich Drache Cado aber nach einer Familie von seinesgleichen sehnt, macht er sich auf ins Drachenland. Im Grunde geht es um die Moral, dass Freundschaft wichtig ist. In „Cado und die Farbdiebe“ ist Cado im Drachenland inzwischen König geworden. Dort gibt es für jede Farbe einen Farbdrachen, doch Diebe entführen die Farben auf ihren Planeten, wo es keine Farben gibt. Eigentlich sind sie keine richtigen Diebe, sie trauten sich bloß nicht zu fragen, ob sie Farben bekommen könnten. Natürlich bekommen sie am Ende ihre Farben.
NN: Wovon handelt das neue Buch?
Iris Kater: Der Drachenkönig Cado wird nachts geweckt, die Schatulle der Weisheit ist verschwunden. Die sorgt dafür, dass Menschen und Drachen miteinander leben können. Sie sehen, ich hab’s irgendwie mit dem Stehlen. Cado geht durch einen Spiegel hinein ins Spiegelland und trifft dort das Kuschelmonster Sascha. Mein Mann Sascha wollte auch einmal mit in ein Buch (lacht). Es macht mir viel Spaß zu schreiben. Es soll eigentlich ein Hobby sein, aber es frisst unheimlich viel Zeit. Und leben kann ich davon nicht, es ist ja noch nicht so wie bei Harry Potter (lacht).
NN: Was sind Ihre nächsten Pläne?
Iris Kater: Das nächste Buch ist für kommendes Frühjahr geplant. Außerdem suche ich Autoren für meinen Verlag. Es soll ein reiner Kinderbuchverlag sein, in dem absolut gewaltfreie Literatur erscheint. Alpträume vom Fernsehen haben Kinder genug. Da denke ich eher wie eine Mutter, nicht wie eine Geschäftsfrau. Wer will, kann sich an Katercom, Postfach 100726, 41747 Viersen, wenden.
Ulrich Hermanns


