Britta Seger
Die Idee, dieses Buch zu schreiben, entstand aus meiner Arbeit als Musiktherapeutin an einer privaten Förderschule mit den Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie geistige Behinderung. Ich begann hier, aufgrund der vorhandenen Situation, mich sehr intensiv mit den Themen Autismus, Behinderung, Benachteiligung, Fördermaßnahmen und therapeutische Ansätze zu beschäftigen.
Zunächst stellte ich fest, dass ich trotz guter Ausbildung viel weniger über Autismus wusste, als ich dachte und es auch seine Zeit dauerte, wirklich zu verstehen, worin genau die Beeinträchtigung besteht.
Beim Aspergersyndrom hatte ich immer den Eindruck, es schien sich um ein „unsichtbares Phänomen“ zu handeln, das bei Mitmenschen zu skurrilsten Reaktionen führte. Es vermochte sich zudem immer wieder, wie ein Teufelskreis, selbst zu nähren, da oft nicht deutlich wurde, was eigentlich die Irritation hervorrief. Hilflosigkeit war deutlich spürbar bei allen Beteiligten. Nun ist die Förderschule ein Ort, der Schülern mit einer Autismusspektrumsstörung einen großen Schutzraum bieten kann, aber es gibt auch betroffene Kinder/Schüler, die keine spezielle Einrichtung besuchen. Die Frage, wie betroffene Menschen in einer nicht darauf eingerichteten Umwelt zurecht kommen (oder zurecht gekommen waren), verstärkte in mir das Bedürfnis aktiv an der Aufklärung und Thematisierung von Autismus mitzuarbeiten. Dieses Buch richtet sich aus diesem Grund auch vor allem an Eltern und professionelle Helfer wie Lehrer/innen und Erzieher/innen, die ihren Weg im täglichen Umgang mit autistischen Kindern finden müssen.
Britta Seger
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